Vielleicht warst du noch nie in den Alpen. Du hast deinen Schein gemacht,
hast dich ein-, zweimal reingetraut, Turbulenzen kassiert und bist wieder
höflich umgedreht. Eigentlich hättest du Bock drauf, aber der Respekt ist
größer. Vielleicht wolltest du längst eine Alpeneinweisung machen.
Hat aber nie gepasst. Wetter, Termine, Alltag. Und trotzdem weißt du:
Das Thema bleibt.
Oder du willst einfach nur rüber. Richtung Süden. Urlaub.
Und der Gedanke ist schnell da:
„Dann flieg ich halt hoch – dann hab ich mit den Alpen nichts zu tun.“
Schöner Plan. Funktioniert aber nicht immer. Oben fliegen heißt nicht, dass das Gebirge weg ist – es heißt nur, dass du die Auseinandersetzung vertagst. Und wenn du runter musst, egal ob aus technischen, gesundheitlichen oder operativen Gründen, holt dich das Thema sofort ein.
Vielleicht warst du auch schon ein paar Mal drin. Vielleicht war ein Flug perfekt, ruhig, wie im Bilderbuch und du denkst dir: Alles halb so wild. Und beim nächsten Mal war’s dann ein ganz anderer Film. Turbulenzen, Wetter falsch eingeschätzt, und plötzlich bist du froh, dass du wieder draußen bist. Ich kenne diese Gedanken, und ich kenne auch den Punkt, an dem es nicht mehr „gerade so“ war.
Wer sich fragt, wer ich überhaupt bin und warum ausgerechnet ich hier eine Masterclass mache: völlig legitime Frage.
Ich bin kein Fluglehrer. Mein Vorteil ist ein anderer. Ich rede nicht theoretisch über die Berge, ich bin dort andauernd unterwegs. Nicht punktuell und nicht im Trainingsrahmen, sondern als normaler Teil meines Fliegens. Fluglehrer bewegen sich berufsbedingt oft in einer sehr klar definierten Umgebung. Das liegt in der Natur der Sache: Starts und Landungen, Airwork, Platzrunden, Trainingsszenarien, meist rund um den eigenen Flugplatz. Darin sind sie extrem präzise und sehr routiniert.
Ich bin Lucas, viele kennen mich als Skywalk. Ich betreibe einen YouTube-Kanal rund ums Fliegen und bin im Jahr über 200 Stunden in der Luft, die meiste Zeit davon in den Alpen.
Was mich zusätzlich in meiner fliegerischen Laufbahn geprägt hat, war ein schwerer Unfall in den Alpen – nicht mit dem Flugzeug, sondern beim Gleitschirmfliegen. Gleiches Gelände, gleiche Konsequenzen. Das war eine große Zäsur. Danach war nicht das Können weg, nicht die Lizenz, sondern diese innere Leichtigkeit. Und das Gemeine daran war: Am Ende nimmt dir niemand etwas weg. Du nimmst es dir selbst, weil du nicht mehr unbeschwert reingehen kannst. Was genau damals passiert ist, kannst du dir unten in der Leseprobe anschauen. Das entsprechende Kapitel ist am Ende der Seite verlinkt – scroll einfach nach unten oder lies hier weiter, dann kommst du automatisch an die Stelle.